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Thema: Winterzeit - Motorzeit...

  1. #1
    Neuer Benutzer Avatar von k3po
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    Standard Winterzeit - Motorzeit...

    Hi Gemeinde,

    nachdem meine Tochter meine CB400N, Bj. 1983 für sich in Beschlag nimmt, hab ich mir Anfang des Jahres ne 900er Bolle, ebenfalls Bj. 83 zugelegt (sollte ein guter Jahrgang gewesen sein... ;-) ) - wohl wissend dass ich viel Arbeit und Moneten reinstecken werde.
    Wie geplant, habe ich nun den Motor ausgebaut und angefangen, diesen zu zerlegen, um zu prüfen und wieder neu aufzubauen. Ziel: Standfestes Aggregat für die Staße. Die Bolle soll möglicht original bleiben.

    Hier mal ein Bild meiner Bolle, noch mit Motor:

    CB900FC-web.jpg

    Auf der Uhr hat die Kiste knappe 60Tkm, Kompression lag bei allen Töpfen zw. 6,5 und 7,5 Bar. Is schon klar, was da alles auf mich zukommt. Nachdem ich den Kopf nun runter gemacht und zerlegt hab, sind mir, ohne erst mal groß alles nachzumessen, die Riefen in den Lagerschalen am Außlasskettenrad (Lager B und C) ins Auge gesprungen. Die Riefen kann man deutlich fühlen, wenn man mit dem Fingernagel drüberfährt.
    Hier mal zwei Bilder:

    Nockenlager-B-Aus.jpg Nockenlager-C-Aus.jpg

    Die übrigen Lagerschalen sehen alle bedeutend besser aus und haben fast keine Riefen.
    Bevor ich nun aufwendig anfange, alle Teile auszumessen bzw. das Ölspiel aller Lager zu prüfen, wollte ich mal fragen, ob das für einen Kopf mit dieser Laufleistung normal und im Weiteren unbedenklich ist, wenn das Ölspiel noch in der Toleranz sein sollte. Ich trage mich nämlich schon mit dem Gedanken, nach einem anderen Kopf Ausschau zu halten.

    Viele Grüße aus dem 'Schwobaländle'

    Kurt

  2. #2
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    Hallo Kurt,

    ich besitze zwar selber zwei 900 er Boldor, kann Dir aber nicht sagen, ob diese Riefen in den Lageraufnahmen vielleicht sogar bei der Boldor tolerierbar sind. Wenn Du jedoch meine Meinung als Maschinenbauingenieur dazu hören willst, würde ich Dir raten, Dich nach einem anderen Kopf umzuschauen, gerade wenn Du einen standfesten Motor haben möchtest.
    In einem Gleitlager baut sich durch die Drehung der Welle ein hydrodynamischer Öldruck auf (ähnlich wie ein Wasserski) der dazu führt, dass die Welle bei der Rotation keinen Kontakt zur Lagerschale hat und somit verschleissfrei in der Lagerschale rotiert. Zumindest dieser Effekt ist bei den vorliegenden Riefen erheblich gestört.

    Zylinderköpfe für die Boldor sind günstig zu bekommen.

    Grüsse Udo

  3. #3
    Neuer Benutzer Avatar von k3po
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    Hallo Udo,

    klingt plausibel und die Sache mit dem hydrodynamischen Öldruck leuchtet mir ein. Demnach sollte also, egal mit welcher Laufleistung, bei einem Gleitlager keine Verschleißspuren sichtbar sein. Ich kann mir also nur vorstellen, dass die Spuren entstehen, wenn noch nicht ausreichend Öldruck aufgebaut ist. Könnte in meinem Fall aber auch sein, dass bei normalem Öldruck der Wasserski-Effekt noch einwandfrei funktioniert. Daher wäre es echt interessant, wie andere Nockenlager bei ähnlicher Laufleistung aussehen.

    Auf jeden Fall werde ich mich mal nach einem brauchbaren Zylinderkopf umsehen. (Hat zufällig jemand einen zu vertickern? Dann gerne eine PN an mich... )

    Grüße Kurt
    Der Begriff 'Handy' für das Mobiltelefon wurde von einem Schwaben geprägt:
    .... hän di koi Kabel?

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von hondaschlumpf
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    Das können nur Verschleissspuren durch Schmutzpartikel im Öl sein. Die Auslass NW ersäuft ja im Betrieb im Öl, durch Öldruck in der NW (Verbindungsröhrchen Lager J>C richtig montieren, oben-unten nicht vertauschen).

    Ausserdem steht das Öl im Zylinderkopf bis zur Dichtkante des Zylinderkopfdeckels, die NW wird also auch durch die im Foto sichtbare Ölnut geschmiert.

    Denke auch dass da kein messbarer Verschleiss ist, sondern nur Riefen durch Schmutzpartikel.

    Zudem ist wenige Zentimeter schon das nächste Lager, und ausserdem drücken die Ventile die NW ja Richtung Lagerdeckel.

    Also ich würd den Kopf wieder montieren wenn das der einzige Mangel ist.

    Habe ca. 7 Zylinderköpfe mit Laufleistungen zwischen 20 000 und 125 000 km, alle ohne einen Lagerreiber oder nennenswerte Riefen.
    .....ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber den OHC Köpfen der 70er Jahre.

  5. #5
    Bolle weil's besser ist Avatar von haiepaul
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    Zitat Zitat von hondaschlumpf Beitrag anzeigen
    Habe ca. 7 Zylinderköpfe mit Laufleistungen zwischen 20 000 und 125 000 km, alle ohne einen Lagerreiber oder nennenswerte Riefen.
    .....ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber den OHC Köpfen der 70er Jahre.
    Grade darum wuerde ich einen gebrauchten neuen nehmen. Hab meinen grade runter 100000KM und nicht eine Spur. So schwierig sind gute Koepfe nicht zu bekommen.
    Wenn mich ein Thread eines Users nicht interessiert, dann lese ich Ihn nicht und schreibe erst recht keinen Kommentar.

    Der zu oft die Smilies vergisst

  6. #6
    Neuer Benutzer Avatar von k3po
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    o.k. überzeugt.
    Zumal die Unterlegscheibe einer inneren Ventilfeder auf der Auslaßseite kaputt war. Da fehlte doch glatt ca. 1/5 der Scheibe.
    Dann fange ich mal an, den Rest des Motors genau zu vermessen.

    Danke
    Kurt
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  7. #7
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    Stimmt schon, dass die Ventilfedern die NW Richtung Lagerdeckel drücken. Damit sich die Nockenwelle drehen kann, ist jedoch ein Drehmoment, d.h. ein Kräftepaar erforderlich. Die Auslassnockenwelle wird über eine Steuerkette von der Kurbelwelle angetrieben, d.h. die durch die Steuerkette übertragene Kraft ist Richtung Kurbelwelle (nach unten) gerichtet. Die Gegenkraft wird durch die Gleitlager übertragen und ist nach oben gerichtet. D.h. die Reaktionskräfte aus dem Antriebsmoment der Nockenwelle werden im unteren Bereich der Lager, d.h. im Bereich der vorliegenden Riefen übertragen und sind neben dem Antriebskettenrad der NW am größten.
    Deshalb würde ich mich nach einem günstigen Zylinderkopf ohne Riefen umsehen.

  8. #8
    Neuer Benutzer Avatar von k3po
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    Standard weiteres Ungemach....

    So,
    den Motor hab ich in den letzten paar Wochen weiter in seine Einzelteile zerlegt. Dabei sind noch weitere unschöne Sachen zum Vorschein gekommen. Als erstes habe ich (wie ja schon berichtet) eine nur noch unvollständig vorhandene Scheibe unter einer inneren Ventilfeder entdeckt.
    Scheibe Ventilfeder.jpg

    Das fehlende Teil fand sich dann in der Ölwanne wieder. Aber nicht nur das - wenn das auf meinem Ölsieb und in der Ölwanne Gold-Nuggets wären, hätte ich mich ja gefreut. Das sind aber leider nur 'Metall'-Nuggets - und die hinterlassen gar kein gutes Gefühl bei mir....
    Oelsieb.jpgOelsieb-2.jpg



    Na, ja. Dann mal die Ölpumpe genauer unter die Lupe nehmen. Und siehe da, die Metall-Nuggets haben dort einen bleibenden Eindruck beim Karusellfahren hinterlassen.
    Oelpumpe.jpgOelpumpe-2.jpgOelpumpe-3.jpg


    Aus lauter Frust habe ich mich dann mit einer Flex an einer 23er-Nuss zu schaffen gemacht und mir erst mal einen Nutschlüssel für die Kontermutter der Kupplung angefertigt. Das war mal wieder richtig produktiv. Nachdem ich die Mutter mit normaler Muskelkraft nicht aufbekommen habe, musste ich zum Schlagschrauber greifen. Und oh Wunder, siehe da - auf einmal war's ganz leicht. Ich brauchte nicht mal die Welle zu blockieren. Na, wenigsten das hat mal geklappt.

    Bin mal gespannt, wie es aussieht, wenn ich die Gehäusehälfen auseinander nehme - ihr auch?
    Mal sehen, ob ich den Ursprung der Metall-Nuggets finde....

    Es dürfen noch Wetten abgeschlossen werden

    Ciao
    Kurt
    Geändert von k3po (03.12.2011 um 23:29 Uhr)
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  9. #9
    Schleizinnenkiesfahrer Avatar von gurky
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    einige - siehe Profil

    Standard

    Ist einer der gepflegtesten Motoren die ich seit langem gesehen habe!
    Ok, die Flächenscheibe für die Ventilfedern, die ist schlimm. Da du aber den Rest davon gefunden hast ist alles gut.
    Die Mikronuggets werden Zahnradflanken sein, evtl. Getriebe. Wenn die Gänge beim Durchbeschleunigen noch drin bleiben ist aber noch lange kein Handlungsbedarf. Normalerweise sieht das Ölsieb viel schlimmer aus.
    Die rauhen Nockenwellenlager kannst du mit nem Druckluftschleifer oder Dremel leicht auspolieren, so das der Fingernagel nicht mehr hängen bleibt.
    Für 30-40tsd ist der Kopf dann noch gut, wenn die Ventilführungen und Sitze noch brauchbar sind.
    Ein guter gebrauchter Kopf ist kaum zu kriegen. Wer schlachtet und verkauft vermisst nicht noch auf Verzug, Schaftspiel, Sitzbreite und Ölspiel.
    Da heisst es immer, der lief bei mir super, der hat gerade erst 30tsd runter.

    gurky-racing.de ..und rast nicht so!

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Flitzpiepe
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    Standard

    Arbeitest Du bei Daimler-Benz in der Wurzelholz-Abteilung?
    Wieviel Km wolltest Du denn machen pro Jahr mit der Bolle?
    Wie lief denn der Motor, bevor Du sie auseinandergenommen hast? Qualm hinten raus? Ne Tüte Murmeln im Block? Nockenwellenhämmern, Kettenrattern, Kupplungsscheppern, Hauptlagerkloppen?
    Ich glaube, bei Deinen Ansprüchen solltest Du Neuteile kaufen.
    Die gezeigten Fehler ein bisschen überarbeitet, dann macht se wieder 30tausend....is doch ne Bolle, die läuft auch unter Wasser!!!
    Hatte mal ne versiffte 900er vor Jahren mit all den Erscheinungen wie oben als Übergangslösung gekauft, um meine erste währenddessen wieder aufzubauen...hat leider ein paar Jahre länger gedauert...in 8 Jahren nur mit Ölwechsel hab ich se nicht kaputtgekriegt, bei Kompression 2 bis 2,5 lief se noch 160 auf der Geraden bei 7,5 L/100km...letztes Jahr hat se ihr Gnadenbrot bekommen...
    und jetzt fällt es mir schwer, ihre Gebeine zu verkaufen....sniefff....



    So long
    Wenn die Sonne der Erkenntnis tief steht, sind die Schatten der Zwerge lang

  11. #11
    Neuer Benutzer Avatar von k3po
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    Der Motor sieht nur auf dem Bild und auf den ersten Blick so gepflegt aus. Einer der Vorbesitzer ist mit der schwarzen Spraydose rangegangen und hat ohne groß abzudecken die Farbe verteilt - sogar über den Dreck. Als ich mir die Kiste letztes Jahr zugelegt habe, waren da schon ein paar komische Sachen, die mich skeptisch machten. So waren z.B. die Gummis zw. Einlass und Vergaser hart und porös, einer hatte gar einen großen Riss und war mit Gewebeband abgedichtet. Daher habe ich mich letztendlich dazu entschlossen, mir ein genaueres Bild vom Motor zu machen.

    Auch wenn ich in der Nähe 'vom Daimler' wohne, bin ich dort nicht beschäftigt. Auch nicht bei dem anderen Sportwagenhersteller in unseren Gefilden.
    Die Bolle möchte ich eigentlich die nächsten 20 Jahre noch fahren :-)
    Die Bolle hat schon einiges an Öl gebraucht und ab 7.500 U/min ging auch nicht mehr viel. O.k., Elektrik, Zündung uns alles, was mit diesen Symthomen zu tun hat, wird alles gecheckt und ausgebügelt. Den Rotor der Lichtmaschine habe ich erst kürzlich durchgemessen und abgedreht - da waren tiefe Einschläge auf den Kupferschleifringen. Hier haben die Kohlen wohl das Hüpfen gelernt und dann einiges weggebrannt.

    Mag schon sein, dass ich, was die Mechanik angeht, zu pingelig bin. Mir fehlt da auch die Erfahrung, was noch halbwegs zuverlässig geht und was nicht. Jetzt, das es wieder wärmer in meiner Garage wird, fange ich doch mal an, den Kopf genauer zu vermessen. Evtl. nehme ich ihn dann doch noch mal zum Überarbeiten her.

    Was sagt ihr zur Ölpumpe? Kann man die in dem Zustand guten Gewissens noch hernehmen? Sehen alle Ölpumpen nach dieser Zeit so aus?

    mfg Kurt
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  12. #12
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    Die Ölpumpe halt ich für nicht wirklich problematisch, die paar Krümel im Sieb auch nicht, zumal man weiss, wo sie herkommen ( gebrochene Scheibe), glaube nicht, dass da noch katastrophales Gekrümel im Motor verblieben ist, bisschen hässlich ist die Lagerschale....ich würde sie eher nur oberflächlich glätten, als den ÖlFilmSpalt noch stark zu vergrössern, aber wahrscheinlich sehen die Riefen schlimmer aus, als sie tatsächlich tief sind.

    Was hat sie denn an Öl gebraucht? Und wo meinst Du, ist das abgepfiffen? Ringe? Hauptlager sind ok? Wolltest Du den ganzen Motor zerlegen?
    Gruss
    Wenn die Sonne der Erkenntnis tief steht, sind die Schatten der Zwerge lang

  13. #13
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    Ölverbrauch lag so bei 1 Liter auf 1000km. Den Motor habe ich mittlerweile komplett zerlegt und grob gereinigt. Die Zylinderbuchsen spiegeln, als ob sie verchromt wären - also keine Hohnspuren mehr erkennbar. Auch haben die Buchsen Spuren eines Standschaden.
    Die Hauptlager sehen optisch gut aus. Ich bin gerade am organisieren, dass ich alles mal genau vermessen bekomme. Hoffentlich habe ich dann in den nächsten 2 Wochen Klarheit, was ich alles am Motor machen muss. Ach ja, Kettenspanner usw. sind teilweise auch eingerissen, die müssen auf jeden Fall raus.
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