Werkstatt Empfehlung Raum Elbe/Weser

  • Moin,

    kann mir jemand eine gute und bestenfalls auch günstige Werkstatt für meinen CB 250 empfehlen? Ich wohne im Elbe/Weser Raum, bin aber auch bereit einige Kilometer dafür zu fahren.

    Es sind ein paar, wahrscheinlich mehr oder weniger, einfache Sachen zu machen. Aber ich bin da total unerfahren und trau mich da nicht selber ran.

    Vielleicht gibt es ja auch hier jemanden mit Erfahrung der mir (natürlich nicht umsonst) helfen mag?

    Ich freue mich über jeden Tipp. :sdanke:

    Gruß Ralf

  • Hallo Ralf,

    das mit den guten und günstigen Werkstätten ist so eine Sache. Bei unseren alten Maschinen wird meist sofort abgewunken, wenn es etwas mehr als nur Reifen- und Ölwechsel sein soll. Das liegt daran, das sich niemand mehr damit auskennt. Die guten Schrauber sind längst in Rente und der Nachwuchs, naja...

    Vielleicht beschreibst du erstmal deine Probleme so genau es geht. Bei deiner Vorstellung hattest du ja deine bisherigen Zweiräder aufgezählt. Du scheinst also kein Anfänger zu sein.

    Meine CB250T ist zwar 2 Jahre jünger als deine und auch ein komplett anderes Motorrad, aber bislang habe ich sie immer wieder zum Laufen gebracht. Ich hatte sie mal in den 1990er Jahren in der Werkstatt, weil sie schlecht ansprang. Mir wurde eine neue Vergaseranlage für 1800 DM angeboten. Völlig indiskutabel! Daraufhin habe ich mir ein Werkstatthandbuch und einen Teilekatalog von Honda besorgt und viel gelesen. Jetzt mache ich alles selber. Es gibt sicher ein paar Dinge, an die mich mich (noch) nicht drantraue, aber es kommt eben auf den Einzelfall an. Kauf ich mir das nötige Werkzeug und das betreffende Ersatzteil für soundsoviel Euro, oder verkaufe ich die Maschine so wie sie ist. Für mich ist es ein Hobby, das auch etwas Geld kosten darf. Keine Unsummen, aber knausern tu ich auch nicht, wat mutt dat mutt!

    Vielleicht verrätst du auch etwas genauer wo du wohnst, dann könnte man sich ja mal treffen?

    Gruß

    Lutz

  • Moin Lutz,

    vielen Dank für dein Interesse.

    Ich wohne ganz in der Nähe von Stade. Nach Garbsen ist es also recht weit. Wenn uns das nicht abhält, könnte man sich evtl. ja auf halben Weg zum Gedankenaustausch treffen.

    Die dringlichsten Probleme meiner CB 250 G aus 1976 sind:

    - Eine Kupplung, die seit kurzem nicht mehr trennt,

    - ein Choke, der kaum Wirkung zeigt,

    - ein Kickstarter, der aus der unteren Stellung nicht wieder zurück kommt.

    Dann muß ich für den TÜV noch einen neuen Seitenständer montieren, der automatisch einklappt. (von einer CB 400 N? Aber worauf achten?)

    Gruß Ralf

  • Die Kupplung ist einfach nachzustellen, das schafft man selbst als absoluter Laie, kaputtmachen kann man nichts, sofern es nicht schon kaputt ist.

    Choke ohne Wirkung heißt, dass deine Vergaseranlage wahrscheinlich eine Grundreinigung braucht, oder kein Choke mehr verbaut ist. Keine Angst davor, das ist alleine machbar, die Gaseranlage.

    Der Kickstarter ist hingegen warscheinlich etwas größeres.

    Für den Tüv einfach den Seitenständer abbauen, was nicht dran ist kann nicht getüvt werden.

    Hast du das Werkstatthandbuch?

    Werkstatthandbuch und noch viel mehr

    Vergaserlektüre

    Ansonsten frag einfach hier nach, 250/360G ist ein dankbares Motorrad

    Bleibt der Kickstarter auch unten, wenn er nicht ganz durchgedrückt wird?

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • Hallo Grischa,

    eine Vergaser-Einstellung ist eigentlich vor kurzem erst gemacht worden. Eine Reinigung wohl nicht. Der Motor läuft ansonsten aber gut. (Ein Choke ist definitiv vorhanden).

    Den Seitenständer kann ich nicht einfach für den TÜV abbauen. Meine Honda hat keinen Hauptständer.

    Der Kickstarter kommt erst dann nicht mehr zurück, wenn er fast senkrecht nach unten getreten wurde.

    Ein Werkstatthandbuch habe ich nicht.

    Danke für den Link.

    Gruß Ralf

  • Ok, ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Vergaser recht empfindlich auf verschmutzte Luftdüsen und Luftwege reagieren. Diese dienen dazu, an den Mischrohren nach den Düsen schon ein "Schaum" zu erzeugen. Leider muss man bei den G Vergasern die Mischrohre der 1. Primärdüse auspressen, daher wird das meist nicht gemacht. Sauber wird es dann allerdings darunter nicht.

    Wenn die Luftsysteme zu sind, dann laufen die Vergaser meist so fett, dass der Choke fast nicht benötigt wird.

    Wie ist denn so dein Durchschnittsverbrauch? Ü 6 L?

    Es kann sein, dass die Rückholfeder des Kickstarters nicht doll genug gespannt ist, oder aber der Kickstarterwelle verbogen ist. Passiert bei so Kickstarterhelden die da einfach brutalst reintreten und unten immernoch mit dem vollen Körpergewicht drin stehen. Ansonsten wüsste ich nicht, was das klemmen unten sein könnte.

    Wenn du dir ein Blech fertigst, welches den Haltepunkt der Feder hinter die Schraube des Seitenständers verlegt klappt dieser alleine ein.

    guggste Hier, 250G Restaurationsthread von Enrique

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • Ich habe noch keinen Durchschnittsverbrauch. :cry1:

    Ich habe für das Motorrad bisher noch keine Zulassung bekommen. Aber bei kleinen Testläufen kommt schon mal etwas Benzin unter aus dem Überlaufschlauch.

    Das mit dem Blech am Seitenständer probiere ich sofort mal aus. Das sieht nicht so kompliziert aus. :perfekt:

    Gruß Ralf

  • Aus den Überläufen sollte eigentlich kein Sprit kommen, dann sind die Gaser nämlich zu voll oder die Schwimmernadel hängt.

    Zu deinem Kupplungsproblem, wenn du den Kettenraddeckel (über der linken Fußraste) abbaust ist dort der Betätiger für die Kupplung verbaut. Vorsichtig beim Zerlegen, dort ist eine einzelne Kugel und ein Blechträger mit 3 Kugeln drin, oder aber 4 Kugeln. Die gehen gerne stiften. Im Motorgehäuse sitzt dann die Betätigungsstange für die Kupplung. Mir ist diese bei meiner Maschine einmal abgeschert, fällt kaum auf, außer dass die Kupplung immer schwieriger zum trennen zu bekommen ist. Zieh den einmal heraus um zu gucken, ob das bei dir vielleicht auch passiert ist. Das Teil hat auf einer Seite ein flaches Ende mit ggf. Kugelabdruck darin, auf der Kupplungsseite sollte eine Halbkugel dran sein. Vorsichtig bei ein und Ausbau, das Teil läuft durch einen Wellendichtring der gerne undicht wird, da er nicht wie vorgesehen benutzt wird.

    Wenn er abgeschert ist siehst du es garantiert selbst an der lustigen Form. Aber, sollte das passiert sein, auch davor keine Panik, die Kupplung zu zerlegen ist auch kein Hexenwerk und die Ölzentrifuge willst du eh vor dem regelmäßigen Betrieb mal reinigen. Beides sitzt unter dem rechten Motorengehäusedeckel, ~20 Schrauben lösen, Auspuff, Bremspedal und Kickstarter abmontieren und man ist da drin.


    Btw. Der 250G Motor war meine erste vollständige Motorüberholung (inkl. komplett zerlegen und Ölschlamm entfernen) auf der heimischen Werkbank. Mit dem Werkstatthandbuch und einem 1/4 und 1/2 Zoll Knarrenkasten ist der Motor wirklich gut zu bewerkstelligen, auch ohne große Erfahrung.

    Solltest du längerfristig selber schrauben ( wozu ich dir als 250/360 fahrer dringend Rate, man lernt seine Maschine viel besser kennen und lieben) empfehle ich dir einen mechanischen Schlagschrauber anzuschaffen. Stahlschrauben in Alugehäusen können wiederwärtig fest sitzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • Vielen Dank für die vielen hilfreichen Tips.

    Ich werde Euren Ratschlägen folgen wenn ich keine Werkstatt finde, die diese Arbeiten erledigen mag.

    Denn ich habe bei mir zurzeit nicht die Voraussetzungen um ein Motorrad zu zerlegen. Aber wenn es gar nicht anders geht, werde ich es sicher irgendwie hin bekommen.

    Gruß Ralf

  • Solltest du längerfristig selber schrauben ( wozu ich dir als 250/360 fahrer dringend Rate, man lernt seine Maschine viel besser kennen und lieben) empfehle ich dir einen mechanischen Schlagschrauber anzuschaffen. Stahlschrauben in Alugehäusen können wiederwärtig fest sitzen.

    Aber unbedingt JIS-Bits verwenden!

    Grüße

    Emil


    Der Worte sind genug gewechselt, Laßt mich auch endlich Taten sehn! Indes ihr Komplimente drechselt, Kann etwas Nützliches geschehn. 

    (Johann Wolfgang von Goethe: Faust: Eine Tragödie)

  • Die CB250G5 ist richtig, den Link zum original Werkstatthandbuch hatte ich dir schon geschickt. Alle anderen Bücher zum Motorrad sind zwar gut aber ersetzen nicht das Werkstatthandbuch.

    Die CB360G ist übrigens das selbe Motorrad, lediglich mit anderer Bohrung und deswegen mehr CC.

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • Ok, ich hatte mich schon gewundert, warum es in deinem Link nur um die CB 360 ging. Ich habe es mir jetzt heruntergeladen.

    Auf Deutsch scheint es da nichts zu geben. Mal sehen, ob ich da mit meinem Schulenglisch weiter komme.

  • Das Text searchable müsste man übersetzen lassen können

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa