XL125 K3 BJ 77 ZÜNDUNG ; bin verzweifelt .,, Kontaktplatte muss um ca. 90 Grad gedreht werden, damit es funkt

  • Hallo zusammen,

    mein Name ist Norbert Franz, ich habe inzwischen das 7. Lebensjahrzehnt erreicht und bin am Ende meiner Weisheit bzgl. meiner XL125 ... Rahmennummer : XL125 2005501 Motor-Nr : XL125 E 2005637

    • gekauft (völlig zerlegt) in 3 Kartons ... Teile aufgearbeitet ... Motor neu abgedichtet ... alles zusammengebaut ... ich bekomme die XL nicht zum Laufen
    • Kurbelwelle und Nockenwelle sind gemäß den Kennzeichnungen eingestellt
    • Ventilspiel ist eingestellt
    • Nockenwelle ist richtig eingebaut ... die vier Arbeitstakte sind beim Drehen der Kurbelwelle einwandfrei nachzuvollziehen
    • Fliehkraftregler ist gängig und im Mitnehmer der Nockenwelle eingerastet

    Und jetzt kommt das Problem : die Unterbrecherkontaktplatte muss um ca. 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht werden, damit in der Kurbelwellenposition "F" der Kontakt öffnet und somit der Zündfunke erzeugt wird.

    Wenn die Unterbrecherkontaktplatte auf die "Soll-Markierung" gestellt wird, ist der Kolben im Arbeitstakt schon nach unten unterwegs, d. h. die Zündung erfolgt auf etwa halbem Arbeitstakt.

    Kann es sein, dass in dem Motor entweder eine falsche Nockenwelle, oder ein falscher Fliehkraftregler (auf dem ja die verstellbare Nocke sitzt), oder eine falsche Unterbrecherkontaktplatte verbaut ist ?

    Was bedeutet das "E" in der Motornummer ? Hoffentlich nicht "CDI"-Zündung ?!

    Es wäre super, wenn mir jemand von euch weiterhelfen könnte.

    Im Voraus vielen Dank und beste Grüße aus Altenau im Ammertal,

    Norbert

  • Unterbrecherabstand richtig? Soll ca. 0,3-0,4 mm bei höchster auslenkung durch den Nocken sein.

    Zündverstellung falsch herum montiert? Den Nocken kann man verdreht verbauen, normalerweise lässt sich dann aber gar nichts einstellen.

    E heißt bei Honda soweit ich weis engine, also Motor...

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • Servus Grischa,

    vielen Dank für Deine Nachricht. Ja, den Kontaktabstand habe ich auf 0,35 mm eingestellt und die Zündverstellung ist auch richtig montiert. Eine zweite Zündverstellung und eine zweite Kontaktplatte habe ich mir auch schon besorgt, aber auch damit muss die Kontaktplatte um ca. 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht werden, damit in der Kurbelwellen-"F"-Position der Kontakt öffnet. Langsam denke ich, dass eine falsche Nockenwelle verbaut ist, bei der der Mitnehmerstift für die Zündverstellung an der falschen Stelle sitzt.

    Viele Grüße,

    Norbert

  • Hallo,

    den Nocken kann man um 180 Grad verdreht einbauen, aber bei einem 90-Grad-Problem geht es nicht darum.

    Rein mechanisch passen Fliehkraftversteller von anderen Modellen. M.W. haben die Fliehkraftversteller die ET-Mittelnummer eingeprägt. Da sollte bei der XL125K wohl die Nummer 382 zu lesen sein.

    Gruß

  • Kurbelwelle und Nockenwelle sind gemäß den Kennzeichnungen eingestellt

    Ich kenne die kleinen Einzylinder nicht explizit, vermute aber eine falsche Stellung der Nockenwelle. Soweit ich weiß, gibt es Modelle, bei denen die Markierung in der Zylinderflucht stehen muß. Überprüfen kann man im Überschneidungs-OT, das Einlaßventil muß etwa im gleichen Winkel vor OT aufmachen wie das Auslaßventil nach OT schließt. Die Differenz liegt in der Größenordnung von etwa 10 °. Ich habe den Verdacht, weil zwischen Markierung parallel zur Dichtfläche und Markierung in Zylinderachse ja besagte 90° liegen.

  • Falsch Stellung der Nw schließ ich aus, es sei denn der Motor hat keine Ventile mehr. Andere Nockenwelle ist durchaus denkbar, hab mal gesehen, dass die Chinesen inzwischen einiges neu bauen.

    Es kommt auch noch ein falscher / defekter Unterbrecher, falsche Kontaktplatte oder aber andere Zündverstellung in Frage. Gerade bei den kleineren Modellen kann man da sehr viel untereinander tauschen (C90/Cb100, Cb, Xl125, alles in gewisser Weise austauschbar, meine Zündung in der CB100 ist C90 markiert)

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • alsch Stellung der Nw schließ ich aus, es sei denn der Motor hat keine Ventile mehr. Andere Nockenwelle ist durchaus denkbar, hab mal gesehen, dass die Chinesen inzwischen einiges neu bauen.

    Es kommt auch noch ein falscher / defekter Unterbrecher, falsche Kontaktplatte oder aber andere Zündverstellung in Frage. Gerade bei den kleineren Modellen kann man da sehr viel untereinander tauschen (C90/Cb100, Cb, Xl125, alles in gewisser Weise austauschbar, meine Zündung in der CB100 ist C90 markiert)

    Ich bin da nicht so sicher, eine Überprüfung der Sreuerzeit ist sicher nicht verkehrt. Daß viel tauschbar ist bei den kleinen Modellen ist klar, Masswnware eben, aber einen Versatz um 90° ist ungewöhnlich, ein nicht passender Unterbrecher bewirkt das nicht, Modellfremde Gundplatten würde ich auch ausschließen, Honda hat da Vorsorge getroffefn, die Gundplatten sind nie tauschbar, auch wenn es nur um ein paar Zehntel geht. Die Grundplatten sind zudem alle sehr ähnlich aufgebaut, ein 90° Versatz ist deshalb äußerst unwahrsceinlich. Meine Vermutung ist deshalb durchaus realistisch.

  • Der CB100 Motor ist bis auf die Bohrung baugleich, wenn da auch nur ein Zahn Versatz ist lässt er sich nicht mehr ohne Ventil- Kolben Kontakt rotieren, selbst ausprobiert an meiner Maschine.

    Bei 180°KW Versatz (90°NW) eingebauter Nw läuft der Motor nicht, da dann beim Ansaugen erst das Auslassventil offen ist.

    So jedenfalls mein Gedankengang am morgen...

    Hilft alles nichts, Ferndiagnose ist hier schwierig. Hast du das Werkstatthandbuch von Honda oder das ich helf mir selbst? Falls letzteres, ins Regal stellen, hin und wieder Staub abwischen, Honda Werkstatthandbuch besorgen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • Hallo,

    eine um 90 Grad verdreht eingebaute NW wäre denkbar, erscheint mir aber eher unwahrscheinlich.

    Die "alten" kleinen Honda Einzylinder, mit liegendem wie mit stehendem Zylinder, haben einen einteiligen Zylinderkopf (Dax, Monkey, CB110, SL125....), ergo keine Dichtfläche wie z.B. CB250.. Das Nockenwellenkettenrad hat keine Strich- sondern eine eine "0" Markierung, die im OT in der Flucht des Zylinders "oben" sein muss.

    Die XL125 hat dann zwar einen geteilten Zylinderkopf, aber das NW-Kettenrad wurde m.W. beibehalten, also ohne Strichmarkierung. Dass jemand die "0" Markierung auf die Dichtfläche ausrichtet...glaube ich eher nicht.

  • Vielleicht kann der Norbert Franz uns ggf. Mit Bildern versorgen, wenn der Forenschwarm draufgucken kann sieht er vielleicht mehr

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Beiträge, eure kompetente Unterstützung !

    Vielleicht nochmal kurz zu meinen bisherigen Einstellungsarbeiten :

    • Zündkerze ist raus, Kurbelwelle vorsichtig mit Nuss gedreht und gleichzeitig das Kolben-Auf und -Ab mit Rundmaterial im Kerzenloch kontrolliert : OT stimmt
    • die Nockenwelle über die Steuerkette so eingestellt, dass bei Kurbelwellen-OT die "O"-Markierung des Nockenwellen-Ritzels mit der Kerbe im Zylinderkopf übereinstimmt
    • dann die 4 Takte durchgefahren : Ansaugen, Verdichten, Arbeiten, Auslassen => Ventile öffnen und schließen so, wie sie sollen. ZIEHKEIL : Deine Beschreibung bzgl. der Öffnung der beiden Ventile im gleichen Winkel zum OT muss ich nochmal nachvollziehen.
    • Fliehkraftversteller eingebaut (in den Mitnehmerstift der NW eingerastet). bluemeanie : eine Unterbrecherplatte zeigt "382", eine zweite "383", sind m. E. identisch.
    • Unterbrecherkontaktplatte so eingebaut, dass die Markierung der Platte mit der Markierung am NW-Deckel übereinstimmt.
    • und jetzt ist schon zu sehen, dass die Nocke bei der "F"-Markierung der Kurbelwelle noch weit davon entfernt ist, den Kontakt zu öffnen

    Leider werde ich erst am Sonntag dazu kommen, Bilder zu machen, aber mit eurer Unterstützung wird das Problem gelöst werden.

    Bis dann, viele Grüße,

    Norbert

  • Hallo,

    dass die Unterbrechergrundplatte "382" zeigt, ist ja schon mal schön. Ich hatte in #4 aber nach der Kennzeichnung des Fliehkraftverstellers gefragt.Dann sind wir mal gespannt auf Sonntag

    Gruß

  • Hallo zusammen,

    so, nun habe ich Bilder gemacht und hoffentlich sinngemäß zusammengestellt / markiert.

    . Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Wenn die Kurbelwelle auf OT steht (beide Ventile geschlossen), ist stimmt die "O"-Markierung des NW-Ritzels mit der Markierung am Zylinderkopf überein.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Die Markierung der Unterbrecherkontaktplatte fluchtet mit der Gehäusemarkierung. Wenn der Kontakt öffnet, befindet sich die "F"-Markierung der Kurbelwelle ca. 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn von der Soill-Markierung entfernt. Und diese Differenz müsste man durch Drehen der Unterbrecherkontaktplatte ausgleichen. Ob dann das ganze Timing (insbesondere Schließwinkel) noch stimmt ?

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    Mit beiden Kontaktplatten gibt es dasselbe Ergebnis.

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    Auch mit den beiden Fliehkraftverstellern ist das Ergebnis identisch.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Die drei Kontakte haben unterschiedlich lange Stößel :

    • Nr.1 "mittellang" ... damit ergibt sich die o. g. Situation.
    • Nr. 2 "kurz" (abgenudelt ?) : wenn der Kontaktabstand auf 35 eingestellt ist, dann berührt der Stößel in der "Kontakt-geschlossen-Phase" den Nocken NICHT und ergo wird der Kontakt noch später geöffnet.
    • Nr. 3 "lang" : damit kann man den Öffnungszeitpunkt fast auf "F" einstellen, aber im höchsten Nockenpunkt ist der Kontaktabstand mehr als 1 mm, d. h. der Kontaktabstand kann nicht auf 35 eingestellt werden.

    Jetzt freue ich mich auf eure Kommentare. Gerne mache ich weitere Bilder.

    Einen schönen Sonntag,

    Norbert

  • Die Schraube, die den Unterbrechernocken hält ist definitiv schon mal nicht richtig, sieht aus wie eine Batterieschrauben die bei dir verbaut ist.

    Nockenwelle mit Positionierungsstift sieht gut aus, deckt sich zumindest bildlich mit den Bildern die bei CMSNL hinterlegt sind, was die Position des Mitnahmestiftes der Zündverstellung angeht.

    Kann das sein, dass du die Einstellung des Unterbrecherabstandes nicht ganz verstanden hast?

    Auf dem Bild sieht es so aus als wäre der Unterbrecher in dem Bereich wo er öffnen sollte bereits 0,3-0,4 mm offen.

    Dreh den Motor mal bitte auf F, schraub die Unterbrecherplatte in der O-stellung fest und stell dann nur über den Unterbrecher den Kontaktabstand auf 0,02mm, falls du eine so kleine Fühlerblattlehre hast, ein.(Für die Raucher, drehpapier geht auch zur Not, 0,01-0,03mm laut Internet.) Im Anschluss drehst du den Motor bis der Nocken der Zündverstellung an seinem höchsten Punkt den Unterbrecher berührt. Der Abstand soll dann 0,3-0,4 mm betragen.

    Falls das nicht geht ist an der Zündverstellung was faul, weil aus den aktuellen Bildern kann man zu Motor läuft oder nicht, nichts sagen, denn alle Bauteile sind werksauslieferungsidentisch was ihre Nummer oder Aussehen angeht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Grischa

    2 Mal editiert, zuletzt von Wen1G (13. Juli 2026 um 10:19)

  • Hallo,

    ich gehe jetzt davon aus, dass die beiden abgebildeten Kontaktplatten nicht korrekt sind.

    Lt CMSNL passt die 107er Platte bis "serial number 1233332", d.h. wohl bis XL125E-1233332.

    Bei höheren Nummern müsste eine 355er Platte hingehören (30201-355-154) , bei dieser wird der Unterbrecher lediglich ein Stück weiter im Uhrzeigersinn montiert. Wenn ich die Bilder richtig interpretiere, ist es genau das worum es geht.

    So eine Platte ist leider weder im Boardshop noch bei CMSNL erhältlich. Ich habe bei ebay eine Platte gefunden, in Indonesien, ebay-Artikel 256980453538. Wenn die Motornummer höher als 1233332 ist, sollte das die Lösung sein.

    Aber: ich sehe keinen Grund, warum die Zündung mit den vorhandenen Teilen nicht funktionieren sollte, was juckt es, wenn die Platte etwas verdreht montiert werden muss, damit der Zündzeitpunkt korrekt ist? Kontaktabstand einstellen, ZZP statisch, dann abblitzen, fertig. Wenn es dann keinen oder keinen brauchbaren Zündfunken gibt, liegt es wohl an was anderem (falsche Lima, falsche Zündspule, falsches Zündschloss, falscher Killschalter, irgendwas in der Verkabelung...


    Gruß