Nach 50 Jahren Pause wieder Motorrad

  • Vor 6 Tagen wurde meine nagelneue HONDA CBR600RR (rot/blau/weiß) angeliefert. Ich lebe in einem ganz kleinen Dorf in Ungarn, der Händler ist 190 km entfernt in Györ. Vor 50 Jahren hatte ich mein erstes Motorrad, eine Yamaha RD 250. Ich fuhr sie 10 Jahre lang und sie war toll!

    Als ich jetzt auf diese Honda aufmerksam wurde, hat sie mich von der Optik her so fasziniert, daß ich beschloß, sie zu kaufen und wieder Motorrad zu fahren. Dazu mußte ich dann auch eine kleine Garage kaufen, das Fundament dafür bauen lassen und Motorradhose, Protektorenjacke, Handschuhe und Helm neu kaufen. Die alten Stiefel und die Harro-Jacke sind noch gut.

    Doch leider lief es bis jetzt mit der Honda längst nicht so problemlos wie mit der Yamaha. Sie ist nur 30 kg schwerer, aber irgendwie kommt sie mir brutal schwer vor. Ich habe auch den Eindruck, daß der Schwerpunkt höher ist als bei der Yamaha. Das hat zur Folge, daß sie mir schon zweimal umgefallen ist, einmal hier vor meinem Haus, das hat aber (Wiese) gar nichts ausgemacht, und ein zweites Mal beim Anhalten auf der Straße, wo ich zu spät mit dem rechten Fuß Kontakt bekam. Schon war die Honda so schräg, daß ich das Gewicht nicht mehr halten konnte. Motorgehäuse aufgeschürft, rechter Spiegel vorne abgebrochen. Ich kann sie dann auch nicht mehr alleine hochheben; bei der Yamaha war das ganz leicht!

    Ich hatte mich vor dem Kauf natürlich über die Sitzhöhe informiert, die ist gleich wie bei der Yamaha, aber der Sitz ist halt um einiges breiter! Ich bin 168 cm groß und wiege 55/56 kg. Dadurch kann ich der Honda natürlich entsprechend wenig entgegensetzen.

    Jetzt gibt es dadurch zwei Themen: 1. Vorderrad- und Hinterradaufhängung anders einstellen 2. Fahrwerk tieferlegen, damit ich mit den Füßen besseren Kontakt zur Straße bekomme. Das ist der Grund, warum ich mich in diesem Forum angemeldet habe.

  • Das Problem sind nicht die 30kg mehr, sondern dein Alter + 50 Jahre nach der leichten Kiste 😁 Kommt mir bekannt vor. Bin ü60 und habe bis vor 5 Jahren K1600GT mit 345kg problemlos gefahren. Jetzt habe ich Moto Guzzi V85TT, die über 100kg leichter ist. Die ist mir auch zu schwer. Nebenbei fahre ich noch Honda SH350I. Mir dem bin ich letztes Jahr 8.000km gefahren, mit der Guzzi nur 890😵‍💫. Denke irgendwann ist schwierig mit dem Gewicht... hätte ich auch nie gedacht

  • Hallo Herbie,

    aus Deiner Beschreibung entnehme ich, dass Du im ähnlichen Alter wie ich bist. Ich bin 71. Auch ich habe nach fast 40 Jahren wieder angefangen Motorrad zu fahren und hatte dann mit der CBF ähnliche Probleme mit umfallen und halten. Die Lösung hat dann mein Fitnessstudio gebracht. Dort liess ich mir einen speziellen Trainingsplan "Motorrad" erstellen und trainiere das seit ca. 2 Jahren 2 x die Woche 1,5h. Schon nach wenigen Wochen war der Erfolg bemerkbar. Heute kann ich meine aktuelle Hornet 750 auch an abschüssigen Stellen halten.

    Durch das Altern und die eigene Faulheit verliert man halt so nach und nach an Kraft, die man wieder antrainieren muss. Das Training bringt mir aber auch sonst viel zusätzliche Lebensqualität.


    Die CBR 600 RR war auch der Anlass, dass ich wieder eingestiegen bin. Ich finde sie sehr schön. Meine Wahl hat aber die vernunft bestimmt. Die Hornet ist für mich ein guter Kompromiss.

    viel Spass beim Fahren wünscht

  • Jetzt aber bitte nicht zu anderen Fahrzeugen raten. ;)
    Hier wurde explizit danach gefragt, wie man die RR besser auf die Fahrergröße anpassen kann. :wink1:


    Herbie : Du könntest für den Anfang die Gabel etwas weiter durchstecken. Dadurch senkst du die Front ab und du kommst vielleicht besser mit den Füßen auf den Boden.

    Aber achte auf den Seitenständer! Wenn du die Gabel zu weit durchsteckst kann die RR eventuell umkippen, weil dann der Ständer "zu lang" ist.

    Wenn das durchstecken der Gabel noch nicht reicht, kann man zusätzlich noch eine andere Umlenkung für das Federbein verbauen.
    Da muss dann aber meistens der Seitenständer gekürzt werden.


    KTM Adventure 1190 R 658153_5.png

  • "Respekt, dass du in deinem Alter noch auf eine CBR steigen kannst." - Kein Problem, ich bin mein ganzes Leben lang 22. Habe Sport gemacht, seit ich 10 Jahre alt war.

    "Durch das Altern und die eigene Faulheit verliert man halt so nach und nach an Kraft" - Ich bin jetzt um einiges kräftiger als vor 50 Jahren. Vor 15 Jahren kaufte ich mir dieses Haus hier in Ungarn. Es hat ein Grundstück von 3600 m². Darauf habe ich so viel gearbeitet, daß ich 4 kg mehr Muskelmasse habe als zuvor. Ich bin 75. Aber wie gesagt, eigentlich bin ich mein ganzes Leben lang 22.

    "Das Problem sind nicht die 30kg mehr, sondern dein Alter" - Nein, nein. Das Problem ist die Sitzbreite verbunden mit meinen kurzen Beinen.

    "Hier wurde explizit danach gefragt, wie man die RR besser auf die Fahrergröße anpassen kann. :wink1:" - Danke, Werwolfi! Du hast es voll begriffen.Jetzt muß ich nur noch rauskriegen, wie man die Gabel etwas weiter durchsteckt.

  • Alle ältere Fahrer kennen diese Probleme.

    Fahrzeuganpassungen funktionieren nur bei nicht altersbedingte Probleme ("Beine zu kurz").

    Alles andere hat man die Wahl: Motorrad am fitnessniveau anpassen oder andersrum. Wobei das letzte einige Zeit dauern kann und ein gewisses Enttäuschungspotential hat.

  • Hallo Herbie,

    nur die Gabel etwas durch zu schieben wird nicht den erwünschten Effekt haben. Ausserdem verändert sich dabei der Lenkkopfwinkel und der Nachlauf verkürzt sich, wodurch sich der Geradeauslauf verschlechtert und das Fahrwerk (zu) unruhig werden kann.

    Also, wenn vorne tiefer, dann auch hinten. Für die CBR gibt es dafür extra Tieferlegungssätze. :wink:

  • f104wart : Ich bin über 1,90 und hab bei meiner RR die Gabel durchgesteckt UND das Heck angehoben. :D
    Extra um den Nachlauf zu verkürzen. :D
    Ist ja ein Sportler und soll zackig ums Eck. ;)
    Aber das hängt vom persönlichen Geschmack ab. :wink1:

    Herbie : Wenn du noch nie an der Gabel geschraubt hast, solltest du dir jemanden dazu holen der sich damit auskennt. :wink1:

    Einfach gesagt muss die Klemmung der Gabel an den Gabelbrücken gelockert werden und beide Gabelholme "nach oben" geschoben werden.
    Dazu muss das Motorrad aber gut abgestützt und gesichert sein. Deswegen sollte man da auf jeden Fall zu zweit sein
    und einer davon sollte das schonmal gemacht haben. :wink:


    KTM Adventure 1190 R 658153_5.png

  • Ich kann mir hier niemand dazuholen. Ich bin hier ganz allein. Es wird wohl darauf hinauslaufen, daß ich es bei der 1000-km-Inspektion zur Sprache bringe. Hoffentlich fällt mir die Gute bis dahin nicht mehr um!

  • f104wart : Ich bin über 1,90 und hab bei meiner RR die Gabel durchgesteckt UND das Heck angehoben. :D
    Extra um den Nachlauf zu verkürzen. :D
    Ist ja ein Sportler und soll zackig ums Eck. ;)
    Aber das hängt vom persönlichen Geschmack ab. :wink1:

    Ich wollte es auch nur erwähnt haben, was sich durch das Durchschieben der Gabel verändert.

    Das eine Moped wird damit handlicher, das andere unfahrbar. Wobei es auch immer noch drauf an kommt, wie weit man die durchschiebt. :wink:


    Aber da Du die CBR besser kennst als ich, wirst Du mit Deiner Empfehlung sicher Recht haben. :topX:

    Nur Herbie's Beine werden davon nicht länger und kommen mit dem Durchschieben der Gabel alleine wahrscheinlich immer noch nicht vollflächig auf die Erde.

    ...Oder vielleicht doch? Versuch macht kluch. :D


    PS: Ich hab schon Motorräder gesehen, da wurde die Gabel so weit durchgeschoben, dass der Vorderradfender beim EInfeden mit der Gabelbrücke kollidiert ist. Deshalb sollte man bei solch einer Aktion immer auch den Federweg im Blick behalten. :wink:

  • Bei 1,68m und der CBR mindestens 6-8cm tieferlegen um festen Stand auf dem Boden zu bekommen.

    Frontgabel bringt doch keine tiefere Sitzposition. Der Hintern sitzt nun mal hinten oder? 😉

  • 4 cm schafft der Tieferlegungssatz. Sitzt der Hintern hinten tiefer, wenn man die Hinterradaufhängung weicher einstellt? Also Zug/Druck und was es sonst noch gibt (ist mir alles neu) .