CM400T Dichtungssatz Bremssattel

  • Hallo,

    meine Frau hat sich eine CM400T mit viel Standzeiten zugelegt als Umsteiger von einer GS500. Leider ist die vordere Bremse fest gegangen und muss vor der ersten Fahrt gemacht werden.

    Beim Zerlegen des Sattels habe ich gesehen, dass eine der beiden Schrauben eine Gummimanschette hat, die andere hat das nicht. Einen neue Manschette ist auch nicht im Dichtungssatz enthalten. Dafür sind 4 O-Ringe im Dichtungssatz, von denen ich nicht weiß, wo die hinkommen sollen. Auch auf den Explosionszeichnungen habe ich noch nicht gefunden, wo genau die sitzen sollen. Vielleicht weiß ja hier jemand, wo die Dinger hin gehören.

    Gruß hp

  • Hi und :welcome:

    Wie Du hier sehen kannst, hat Honda die Bremszange in 2 Ausführungen verbaut - einmal mit 2 unterschiedlichen Schwimmsattel-Bolzen (12 und 13, davon 12 mit Gleithülse 16), einmal mit 2 gleichen Bolzen (11) mit den 4 o-Ringen 23.
    Warum :nixweiss:

    Die Gleithülse sollte keinen Verschleiss haben und braucht nicht ausgetauscht zu werden.
    Wichtig: Die Schwimmsattelbolzen sollten nur mit speziellem wärmebeständigen Fett geschmiert werden, der Bremssattel kann sehr heiss werden. Und an den Kolben darf garkein Fett, nur sogenannte Bremsenpaste, die aus eingedickter Bremsflüssigkeit besteht.

    Bitte bei allen Arbeiten an der Bremse äusserst sorgfältig und gründlich vorgehen - die ist an sich schon erbärmlich, aber eine bessere hast Du nicht.


    :wavey:

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    Meine Maschinen sind alt genug, um selbst zu entscheiden, das macht es manchmal etwas anstrengend, mit ihnen unterwegs zu sein.
    Wenn meine Fähigkeiten nachlassen und ich meine CM 400T nicht mehr fahren kann, dann hole ich mir 'n Motorrad - und wenn's damit nicht mehr geht, 'n Lanz Bulldog.

  • Danke Olaf. Ich habe die Bremszange mit der Gleitbuchse. Wenn ich dich richtig verstehe, brauche ich die Gummiringe gar nicht.

    Noch eine andere Frage: Es gibt ein blaues und ein grünes Werkstatthandbuch, gibt es da einen Unrerschied? Sind die diverese Nachträge sinnvoll?

  • :wink1:

    Sehe ich auch so - die Ringe sind für Deine Bremse nicht passend.

    Ich habe Werklstatthandbücher nur in mäßigen schwarzweissen Digitalkopien - und habe mich damit noch nicht so eingehend beschäftigt, dass mir Unterschiede aufgefallen wären. Ein einzelner papierener Nachtrag (grünes Cover) für die CM ist mir mal zugelaufen - ich weiss aber noch nichtmal, zu welchem Handbuch genau das ein Nachtrag ist :o

    Bei der CM erschliesst sich doch fast alles beim Hinsehen, solange man nicht eine Grundüberholung des Motors machen will.


    :wavey:

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  • Der Bremssattel ist nun wieder fit. Als nächstes bin ich an die Bremspumpe gegangen, auch die ist mit neuem Dichtungssatz versehen.

    Leider funktioniert die immer noch nicht, aus dem Behälter kommt kein Tropfen in den Druckteil der Bremspumpe und damit in Richtung Bremse.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es 2 Öffnungen vom Vorratsbehälter in die Pumpe, beide Öffnungen sind auch von oben zu sehen. Auch nach einer Behandlung im Ultraschall ist nur die größere Öffnung durchgängig. Der Flüssigkeitsbehälter sind sitzt auch recht fest auf der Pumpe, lässt sich drehen aber nicht abziehen, deswegen können die Öfnungen auch nicht mit Druckluft durchgepustet werden.

  • :wink1:

    Wenn Du den Kolben vorschiebst zum Druckaufbau, wandert die Druckdichtung unter der Nachlaufbohrung (das ist die größere Bohrung) durch, dann ist der Zylinder druckdicht und es kann überhaupt erst Druck aufgebaut werden. Dann kann durch die Nachlaufbohrung Bremsflüssigkeit hinter die Druckdichtung gelangen, deshalb gibt es weiter hinten den zweiten Dichtring, der nie unter den Bohrungen durchgeht. Die kleine Bohrung ist nur dafür da, dass sich zwischen den Dichtringen kein Druck aufbauen kann. Sollte aber mit einer sehr dünnen Nadel auf mechanische Durchgängigkeit zu prüfen sein. Durchblasen o. ä. lässt die sich nur, wenn der Pumpenkolben komplett raus ist.

    Die Nachlaufbohrung sollte vom Vorratsbehälter verdeckt sein, dass Du die Bohrung an sich garnicht sehen kannst (Loch im Vorratsbehälter versetzt zur Nachlaufbohrung). Weil beim ersten Millimeter Vorschub des Pumpenkolbens Bremsflüssigkeit aus der Bohrung gedrückt wird - spritzt heftig, wenn die Bohrung nicht verdeckt ist.

    Pumpe trocken machen und Vorratsbehälter abmachen - geht sehr schwer, ist normal. Eventuell gleich einen neuen besorgen inkl. Dichtring. Mit einer starken Taschenlampe in den Bremsleitungs-Anschluss leuchten - wenn das die originale Pumpe ist, sollte Du damit direkt den Kolben anleuchten (Anschluss nicht 90° versetzt). Dann solltest du auch durch die Nachlaufbohrung Licht sehen können und bei Betätigung des Pumpenkolbens auch sehen, wier dieser unter der Bohrung durchwandert.

    Jetzt Koben ganz vorschieben, Finger auf den Bremsleitungsanschluss drücken, etwas Flüssigkeit aben einfüllen und Kolben zurückkommen lassen (braucht vielleicht mehr als zwei Hände). Sollte in dem Moment, wenn die Druckdichtung die Nachlaufbohrung freigibt, durch den entstandenen Unterdruck im Zylinder einiges an Flüssigkeit eingesaugt werden und dann auch (wenn Du den Finger wegnimmst) aus der Anschlussbohrung tropfen.
    Wenn nicht, taugt die Dichtung nichts oder der Zylinder hat innen drin soviel Korrosion, dass die Dichtung nicht mehr dficht schliessen kann.


    :wavey:

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    Meine Maschinen sind alt genug, um selbst zu entscheiden, das macht es manchmal etwas anstrengend, mit ihnen unterwegs zu sein.
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  • :wink1:

    Nachtrag noch: Für welchen Pumpendurchmesser ist der Reparatursatz? Und welcher Durchmesser steht an der Pumpe (meistens unten eingeprägt)? Wenn das nicht zusammenpasst (egal ob Murks geliefert oder falsche Pumpe an die CM gemurkst), kann das nichts werden.


    :wavey:

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    Meine Maschinen sind alt genug, um selbst zu entscheiden, das macht es manchmal etwas anstrengend, mit ihnen unterwegs zu sein.
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  • Danke Olaf, ich habe das Ding wieder am Laufen.

    Deine Beschreibung war etwas verwirrend, ich glaube, du hast die Bohrungen etwas gemischt.

    Ich habe mich an den Vorratsbehälter nicht rangetraut, 42 Jahre altes Plastik und keine Ahnung, wie der an der Pumpe festgemacht ist. Nach deiner Beschreibung habe ich den Vorratsbehälter dann etwas ruppiger behandelt und abgenommen. Die kleine Bohrung, die Ausgleichsbohrung die vom Vorratsbehälter verdeckt ist, war verstopft und ich musste die erst frei machen.

    Jetzt habe ich die Bremszange überholt und mit neuen Dichtungen versehen, neue Bremsbeläge montiert, Gummileitung durch Stahlflex ersetzt und die Bremspumpe gangbar gemacht und mit neuem Dichtungssatz versehen. Damit kann ich das Moped meiner Frau anvertrauen

  • Vergiss nicht ggf. die Flexleitung einzutragen, bzw so zu verbauen das man die Prüfnummer / E Zeichen sieht, für die Damen und Herren in Grau.

    Alteisenfahrer & Öl Fred Lover