Beiträge von Georg1985

    Sehe ich ähnlich. Die Entwicklung bleibt ja nicht stehen, gerade bei Akkus wird sich in den nächsten Jahren sicher noch einiges tun. Aktuell muss es für viele einfach zum eigenen Fahrprofil passen – und wenn Reichweite, Preis und Ladeinfrastruktur noch nicht stimmen, wartet man eben ab. In ein paar Jahren kann die Sache schon wieder ganz anders aussehen.

    Du kannst natürlich über das Design streiten – am Ende ist das wie bei jedem Motorrad Geschmackssache. Was der eine als „Batterieklotz“ wahrnimmt, sehen andere eben als Teil der neuen Formsprache von Elektromotorrädern.

    Zur Reichweite: Die 140–154 km sind sicher kein Langstreckenwert, da stimme ich zu. Für Pendeln, Stadt und kürzere Touren reicht das aber vielen Fahrern völlig aus – und genau dafür werden solche Bikes auch zunehmend genutzt. Für längere Touren bleibt aktuell oft noch das klassische Motorrad die erste Wahl oder man plant eben Ladepausen ein.

    In Deutschland sieht man außerdem, dass sich immer mehr Leute bewusst für Elektromotorräder entscheiden – sei es aus Umweltgründen, wegen der geringeren Betriebskosten oder einfach aus Interesse an der Technik. Der Markt entwickelt sich da gerade ziemlich dynamisch.

    Am Ende wird sich wie immer zeigen: Für welchen Einsatzzweck das Bike gedacht ist, und ob es zum persönlichen Fahrprofil passt.

    Sehe ich im Grunde genauso.

    Die Qualität der China-Bikes hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die haben inzwischen nicht nur Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit großen Herstellern gesammelt, sondern auch viel direkt in Europa gelernt – Stichwort Entwicklung, Zulassung, Qualitätsstandards usw.

    Und genau das merkt man jetzt: Sie bauen die Sachen immer öfter komplett selbst, aber eben zu einem deutlich niedrigeren Preis als die etablierten Marken.

    Das ist kein Vergleich mehr zu früher, wo „China-Bike“ oft gleichbedeutend mit Billigqualität war. Heute ist das eher ein ernstzunehmender Wettbewerber, weil Know-how aus der OEM-Fertigung und Kooperationen mit bekannten Herstellern einfach reingeflossen ist.

    Wenn das Preisniveau so bleibt und die Qualität weiter auf dem aktuellen Niveau ist, werden die Zulassungszahlen sicher noch deutlich steigen.

    Und ja – der Markt verändert sich schon jetzt. Am Ende vielleicht sogar positiv für uns Kunden, weil die etablierten Hersteller dann gezwungen sind, mehr für Preis/Leistung und Service zu tun.

    Auffallend, Hubraumstärkere Maschinen sind weiterhin am gefragtesten. An einen Aufschwung kleinerer Kubaturen glaub ich weiterhin nicht, die gehypte BMW 450 GS wird m.M. daran auch nix ändern. Aber immerhin hat es eine CF-Moto 450 auf den 8. Platz geschafft, Respekt :sup1:

    Das mit der 450er ist schon bemerkenswert, aber eigentlich kein Einzelfall mehr. Wenn man sich die aktuellen Zahlen anschaut, tauchen mittlerweile mehrere CFMOTO-Modelle in den Top 50 auf. Die Marke hat sich in den letzten Jahren echt vom Exoten zu einem ernstzunehmenden Player entwickelt.

    Noch interessanter finde ich, dass CFMOTO inzwischen sogar auf Platz 7 der Hersteller in Deutschland steht. Vor ein paar Jahren hätte das wahrscheinlich kaum jemand für möglich gehalten. Da sieht man schon, wie stark sich die Wahrnehmung von chinesischen Motorrädern verändert hat.

    Wer die Entwicklung etwas genauer anschauen möchte, hier gibt's ein paar interessante Zahlen und Hintergründe dazu:

    https://estimoto.de/ratgeber/china…oom-deutschland

    Ich glaube auch nicht, dass plötzlich alle auf kleine Hubräume umsteigen werden. Aber die CFMOTO 450 zeigt ganz gut, dass Preis-Leistung für viele Käufer inzwischen ein ziemlich wichtiges Argument geworden ist.

    Ich glaube, das hat mehrere Gründe gleichzeitig. Klar, der Führerschein ist heute brutal teuer geworden, dazu Motorrad, Versicherung, Klamotten usw. — da bist du als junger Mensch schnell bei 10–15 Tausend Euro. Viele können oder wollen sich das einfach nicht leisten.

    Dazu kommt aber auch, dass sich die Freizeit generell verändert hat. Früher war Motorradfahren für viele ein großes Freiheitsding. Heute hängen viele junge Leute eher online rum, reisen anders oder geben ihr Geld für andere Hobbys aus. Auto und Motorrad haben einfach nicht mehr denselben Stellenwert wie früher.

    Und ehrlich gesagt: Der Verkehr ist heute auch stressiger geworden. Mehr Autos, mehr Aggression, mehr Ablenkung durch Handys. Viele Eltern sehen Motorräder mittlerweile eher als gefährlich an und fördern das Thema gar nicht erst.

    E-Roller und Co. sind halt billig, praktisch und unkompliziert. Kein Führerscheinstress, keine teure Ausrüstung, einfach drauf und los.

    Im Bekanntenkreis interessiert sich tatsächlich fast keiner fürs Motorrad. Autos auch kaum noch. Hauptsache mobil und möglichst einfach. Das war vor 20–30 Jahren definitiv anders.