Restauration XL250K3, Fragen zum Anfang

  • Nabend,


    also, ich hab mir jetzt meine K3 mal auf den Tisch gestellt. Motor habe ich jetzt nach 10 Jahren Standzeit (bei mir, vermutlich vorher auch schon eine Weile) mal kurz laufen lassen können, der geht.


    Habe sie heute zerlegt, um alles mal richtig durchzuputzen oder das Komplettprogramm durchzuziehen, das ist noch nicht raus.

    Der Rahmen sieht eigentlich nicht mal so schlecht aus, kaum Roststellen und die originalen Aufkleber sind auch noch da. Sind halt ein wenig, aber nur ganz wenig ausgefranst.

    Eigentlich wäre das nur ein Fall für das große Bad.


    Wie seht Ihr das? Die alten Aufkleber auf dem Rahmen erhalten und "nur" ausbessern oder das komplette Programm mit Strahlen und Lack oder Pulvern?

    Gibts für die Schrauben eigentlich eine brauchbare Quelle? Ich würde gerne die Japanschrauben irgendwie erhalten oder ersetzen, das würde mich jetzt stören, wenn ich da an sichtbaren Stellen normale DIN einsetzen würde.

    Helmhalterschloß: Hat das schon mal jemand geknackt? Wenn der Zündschlüssel da passen sollte, dann ist das bei mir nicht der Fall.

    Sonstige Teilequellen: Wo kauft man vorderes und hinteres Schutzblech, Killschalter, das Zeug ist leider defekt.


    Gruß

    Jürgen

  • Hi Jürgen,


    das ist doch mal ein schönes Vorhaben. Ich finde sowieso, daß die K3 viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält.

    Was die Art der Restaurierung betrifft, muß wohl jeder selbst entscheiden, ob er die Patina erhalten will oder möglichst zum Neuzustand kommen will.

    Ich tendiere eher zum Neuzustand. Ausser bei meiner Guzzi. Die hatte ich 1990 neu gekauft und da ist jede Gebrauchsspur von mir und teilweise mit einer Geschichte verbunden. Meine Hondas habe ich alle als vergammelte Scheunenfunde gekauft. Da hat sich die Frage ohnehin nicht gestellt. Und wenn ich die Geschichte eines Motorrades nicht kenne, dann ist es für mich auch keine Patina, sondern nur Rost und Schrammen.

    Was die Ersatzteilversorgung angeht, da ist es um die K3 denkbar schlecht bestellt. Wenn es mal etwas im Netz gibt, dann oft unbrauchbar oder sündhaft teuer.

    Ein paar Lichtblicke gibt es dennoch. Helm- und Zündschloß werden oft als Kombo aus China für wenig Geld angeboten. Ist zwar keine gute Qualität, aber ausreichend. Mußt nur auf die Farben der Kabel achten. Bei Schwungmagnetzündung (K3) sind sie i.d.R. [schwarz oder grün, schw./ws., oder grün/ws., rot, rot/ws.]. Bei Batteriezündung (z.B. CBs) sind i.r.R. braun, braun/ws. dabei, das passt bei der XL absolut nicht.

    Die ganzen Aufkleber gibt es auch noch als Reproduktion. In der Bucht am besten mit Stichwort Decals suchen.

    Wie man günstig an Schrauben nach JIS rankommt, weiß ich auch nicht. Die holländische Apotheke ist mit für sowas zu teuer.

    Falls du eine Quelle findest, laß es mich wissen. Aber daran denken auch die passenden Schraubendreher zu besorgen. Ich hab mir mal welche aus Japan schicken lassen. Seither vermurkse ich die Originalschrauben nicht mehr.

    Für alle, die es nicht wissen sollten. Es gibt nicht nur Phillips und Pozi-Driv, sondern auch JIS (Japanese Industry Standard). Die haben einen kleinen Punkt neben dem Kreuzschlitz. Man meint immer ein Phillips Einsatz würde passen. Aber die haben einen anderen Winkel, und sobald man Kraft aufwenden muß dreht sich der Einsatz raus und der Schraubenkopf ist vermurkst.

    Ach ja, noch eine Anmerkung zum Pulverbeschichten. Wobei das nur meine persönliche Meinung ist - und natürlich jeder hier seine Meinung dazu gerne behalten kann. Ich halte mehr von einer klassischen Lackierung. Hatte vor einiger Zeit mit jemandem gesprochen, der klassische Trial-Maschinen restauriert und damit auch Wettbewerbe fährt. Dabei sind Schrammen an Rahmen und Co. an der Tagesordnung. Er hat mir das beste Argument für eine Lackierung geliefert. Lack läßt sich jederzeit schnell und preiswert ausbessern. Schäden an der Pulverbeschichtung tendieren zu Unterrostung.

    So, jetzt hab ich aber auch genug geschrieben. Frage mich eh, ob das noch jemand liest.

    Gruß

    Mark

    If it ain't broken, don't fix it.

  • Genau.


    Japanisches Werkzeug macht sich bezahlt.

    Zumindest bei japanischen Kameras. :D


    Wegen Schrauben werde ich mal meinen Sohn fragen.

    Wenn der schon Subarus importiert....

    Je mehr ich übe, desto mehr Glück hab ich!
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  • Kostet zwar, aber spart vergnaddelte Schrauben.


    JIS unterscheidet sich von europäischen Standards.

    Möchte man zuverlässigen Kraftschluss statt ausgerissener Schraubenschlitze ist das eine gute Entscheidung.

    Je mehr ich übe, desto mehr Glück hab ich!
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  • Hallo,


    Mark, wieso soll das nicht gelesen werden?

    Ja, die K3 muß da jetzt durch, ich will die in meine XL-Reihe stellen.

    Ich hab meiner Frau versprochen, daß die Sammelei nicht in allzu verschiedenen Marken ausartet und so war ich brav und habe mich erstmal auf die XLs beschränkt, weil ich die früher schon immer gefahren habe.

    Eine 500 und so Zwischengröße (80 100,...) fehlen noch.

    Daher wußte ich auch das mit den JIS, hab aber früher gleich gerne die Kreuz gegen Inbus getauscht.

    Ich meinte aber nicht die Kreuzschlitz, sondern die Schrauben mit Sechskant, die mit den angestauchten Unterlegscheiben.


    Als ich meine Zündapp restaurierte, war es keine Frage, da waren "normale" DIN-Schrauben drin und ich hab ganz einfach neue DIN-Schrauben genommen.

    Aber beim Japs sind da so viele Sonderschrauben, also die mit den angestauchten Scheiben drin.

    Wenn ich da aber nun in der Lenkerklemmschelle DIN-Schrauben einbaue, dann muß ich die auch dauernd anschauen. Ich hab echt den Eindruck, das passt nicht.

    Also, um diese Schrauben geht es mir, die holländische Apotheke ist mir bekannt, inhaltlich ist die nicht schlecht, preislich kanns ein Desaster werden.


    Der Rahmen der K3 ist hat (meiner Meinung nach) grad so zwischen "strahlen" und "putzen, ausbessern". Es gibt einige durchgeschubberte Stellen mit leichtem Rost und an anderen Stellen schaut er wieder super aus.

    Und wie ich den so abgewischt habe, sind mir die Aufkleber aufgefallen.

    Grad diese originalen Aufkleber find ich so kultig und die sind alle noch da.

    Auch die auf der Werkzeugbox.


    Das mit dem Pulvern und Lackieren verstehe ich schon, es gibt vermutlich für Beides pros und contras.

    Ich habe auch beides schon gemacht, der Strahler arbeitet taggenau und wenn man das hinbekommt, dann kann man den Rahmen direkt vom Strahlen auch heimfahren zum Lackieren. Hab ich auch schon gemacht.

    Das mit dem Ausbessern ist richtig, das geht da einfacher.

    Da ich die Dinger nicht mehr schwer im Dreck fahre, neige ich zur Beschichtung, wenn die Farbe passend wird, wenn nicht, dann bereichte ich alles vor, damit ich sofort nach dem Strahlen daheim grundieren und lackieren kann.


    Gruß

    Jürgen

  • Meiner Meinung nach Pflicht, wenn man alte Japaner schraubt.

    Richtig, in UK bekommt man die sogar noch deutlich günstiger, sogar in ordentlicher Qualität. Die Schraubenköpfe vieler Geräte aus dem asiatischen

    Raum haben übrigens auch JIS Kreuzschlitze, es lohnt sich also schon, einen Gedanken daran zu verschwenden.

    Sowas ähnliches gibt es aber auch bei uns:

    https://www.schrauben-lexikon.de/norm/DIN_6921.asp

    Ja, natürlich gibt es sowas, möglicherweise ist halt der Flanschdurchmesser um eine Kleinigkeit anders. Es gibt auch Schrauben mit 10x1,25 und

    12x1,5, wie in Japan auch noch nach Umstellung der Gewinde von JIS auf ISO durchaus üblich, zwar eher selten, aber es gibt sie. Das einzige,

    was ich bisher nicht auftreiben konnte, sind Linsensenkkopfschrauben mit Kreuzschlitz, wie sie beispielsweise für Zündungs-und LIMA- Deckel

    verwendet wurden.

  • Halt, Falschmeldung!

    Die Linsensenkopfschrauben gibt es natürlich mit Kreuzschlitz (Philips). Mit Innensechskant gibt es sie nicht, Ich wollte anlässlich einer Umstellung

    auf Innensechskant diese Schrauben auch tauschen, in ISO ist so eine Variante anscheinend nicht vorgesehen.

  • Ich wollte anlässlich einer Umstellung

    auf Innensechskant diese Schrauben auch tauschen, in ISO ist so eine Variante anscheinend nicht vorgesehen.

    Es gibt die ISO7380-1 und ISO7380-2

    Vielleicht ist da was dabei. Kann natürlich auch wieder vom Kopfdurchmesser abweichen.

  • Fehler meinerseits. Ich hatte den Senkkopf übersehen...

    Dass es die nicht gibt könnte daran liegen, dass man den Innensechskant nicht vernünftig unterbringen kann weil zu wenig "Fleisch" vorhanden ist.

  • Nein, das glaube ich eigentlich nicht, weil Senkkopfschrauben mit oben ebenem Kopf gibt es ja mit Innensechskant. Die Platzverhältnisse sind hier ja eher noch schlechter. Vielleicht wurden sie von den Norm-Guru's als unnötig angesehen, wer weiß?

  • Die Platzverhältnisse sind hier ja eher noch schlechter

    Der "normale" Linsenkopf hat bei M6 eine Höhe von 3,3 mm:

    https://www.norelem.de/de/de/P…kopf-DIN-EN-ISO-7380.html

    Beim Senkkopf nimmt der Kopfdurchmesser nach 1,5 mm wieder ab:

    https://www.schraubenbude.de/m…schlitz-din-966-verzinkt/